Wo Realitäten aufeinander prallen

Austauschtreffen mit Studenten der Cujae

Nachdem wir uns jetzt einige Monate mit den Wirklichkeiten Kubas beschäftigten und unter anderem viele Gespräche über die verschiedenen Lebensrealitäten der KubanerInnen führten, stellte sich für mich immer mehr die Frage, was denken diese eigentlich von uns? Wie stellen sie sich unser Leben z.B. in Deutschland vor? Die Möglichkeit, ein Land für mehrere Monate kennen zu lernen haben viele KubanerInnen nicht, wodurch sich das Bild über unsere Lebensrealitäten in einem „entwickelten Land“ durch die Touristen, die nach Kuba reisen, diverse Medien (auch Facebook und Instagram), Filmen und Serien, sowie Verwandte und Bekannte, die im Ausland leben, zusammenstellt.

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Kubanische Kristalle

Wir befinden uns auf einem Streifzug durch das Nachtleben Havannas. Kubanisch formuliert: „Estamos habaneando“. Mental müde vom dreistündigen Philosophie-Kurs in der Universität und körperlich geschafft von der winterlichen Hitze (!) der Hauptstadt steuern wir zunächst ein Café an, denn auch der Koffeinspiegel ist besorgniserregend niedrig. Die Kellnerin nimmt die Bestellungen auf. Unsere kubanischen Freunde wollen sich zusätzlich zum Kaffee mit einem Softdrink erfrischen. Daran scheint für uns auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches zu sein. Wer käme denn nicht auf die Idee, auf bitter und heiß, süß und kalt folgen zu lassen?

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Salud es lo primero – die Gesundheit ist das Erste (Teil 2)

Im ersten Teil bin ich darauf eingegangen, welche Errungenschaften die kubanische Revolution in Bezug auf das Gesundheitssystem vorzuweisen hat und welche Hürden den KubanerInnen dabei gestellt wurden. Die damalige wirtschaftliche Hilfe von der Sowjetunion und anderen Ländern Osteuropas war keine einseitige Hilfe. Die Unterstützung erfolgte durch den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Kuba bot sofort die Aufnahme, Behandlung und Pflege strahlengeschädigter Kinder an. Mehr als 24’000 PatientInnen wurden dort jeweils für einen Zeitraum von mindestens 45 Tagen oder auch über Jahre hinweg behandelt. Der im März 1985 zum neuen Generalsekretär der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) gewählte Michael Gorbatschow hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits begonnen, die Haltung seines Landes gegenüber Kuba zu verändern.

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Von Sündern und Vorreitern – das Thema Nachhaltigkeit in der kubanischen Gesellschaft

Vor mir eröffnet sich das Panorama der Stadt, in der ich nun schon mehrere Monate lebe und die ich mit all ihren Eigenheiten bereits lieb gewonnen habe. In meinem Rücken befindet sich eine etwa 20 Meter hohe Statue, die stark an den „Christo Redentor“ Rio de Janeiros erinnert und durch ihre erhöhte Position östlich der Hafeneinfahrt den Besucher_innen einen genialen Blick über die Altstadt gewährt. Doch nicht nur die Sicht, sondern auch die Luft lässt mich an diesem Ort verweilen. Während mir der Wind eine willkommene Erfrischung zu den sommerlichen Temperaturen des kubanischen Winters bereitet und ein leichter Geruch von Meersalz in meine Nase steigt, vergesse ich für kurze Zeit die unangenehmen Seiten meines Aufenthaltes in dieser so einzigartigen Stadt. 

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Widersprüche zum Jahresende

Ende Dezember stellen auch kubanische Universitäten für die sogenannten „fin de año“ (Jahresende)-Ferien den Unterrichtsbetrieb für zwei Wochen ein. In dem für uns derzeit fernen Europa sind das normalerweise die Weihnachtsferien, welche auf die stressigste Konsumzeit des Jahres folgen. Diese Hoch-Zeit des Konsumismus geht interessanterweise mit der besinnlichen, spirituell-religiösen Adventszeit einher. Wer auf die Idee kam, die Bevölkerung der kapitalistischen Länder jeden Dezember einer derartigen Widersprüchlichkeit auszusetzen, ist mir bis dato unbekannt. Fest steht jedoch, dass der Dezember mit der ihm auferlegten Adventszeit ein schwerer Monat für viele Menschen ist, die sich diese prunkvolle Besinnlichkeit nicht leisten können. Und nicht nur für diese, auch für eine Menge anderer Menschen stellt das aufgebauschte Eins-Sein mit seiner Familie, sich selbst und seinem Umfeld eine emotionale Überforderung dar. Das kontradiktorische Fest des Konsumismus, welches ursprünglich mal das höchste Fest des Christentums darstellte, steckt offensichtlich in einer komplexen Verstrickung mit fetischhaftem Komsumverhalten und kapitalistischer Perversion.

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Der Campus der CUJAE – eine Fotogalerie

Seit Ende Oktober wohnt unsere Projektgruppe nun schon auf dem Campus der größten technischen Universität Kubas. Gleich neben den voll besetzten  Studentenwohnheimen steht das „Edificio 700“, auch bekannt als Casa Tamara Bunke, in dem mit uns nun schon die dritte Gruppe des Proyectos lebt. Der volle  Name der CUJAE lautet „Universidad Tecnológica de La Habana José Antonio Echeverría“. Sie bietet momentan mehr als 7000 Studenten die Möglichkeit, die verschiedensten Disziplinen im Bereich des Ingenieurwesens oder auch Architektur zu studieren.

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Auf den Spuren von Che [part 2]

Um ein umfangreicheres Vorwissen zum Interview über die damalige Lage zu erhalten, hier eine historische Ergänzung.

Vorgeschichte

Als Kongo-Wirren werden die politischen Zwischenfälle in der Demokratischen Republik Kongo zwischen 1960 bis 1967 bezeichnet. Mit der Ausrufung der Unabhängigkeit und der darauffolgenden belgischen Invasion im Kongo nahm die Krise Ihren Verlauf. Als der belgische Generalleutnant den Kongolesen keinerlei Änderungen Ihres Status zugestand, rebellierten die Soldaten gegen ihre Offiziere, weil sie nach der Unabhängigkeit noch immer keine Kongolesen als Offiziere einstellten und sich diese strukturell diskriminiert fühlten. Aufgrund des befürchteten Verlust des zuvor gesicherten Einflusses auf das Land, entsandte die belgische Regierung Truppen, um die Kontrolle wiederherzustellen. Präsident und Premierminister unterstützten zunächst dieses Vorgehen. Als sich jedoch mit der Sezessionsbewegung auch die Provinzen Katanga, Moise unter  Tschombe abspalteten, bat Premierminister Lumumba die Vereinten Nationen um Hilfe. Trotz der UN-Missionen, welche nach und nach die belgischen Truppen im Land ablösten, unternahmen die Blauhelme nichts gegen die Einflussnahme des Kolonialismus unter Tschombe im Süden.

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Wie alles beginnt.

Berichteaushavanna gibt es jetzt auch im Videoformat.

Wir haben es geschafft! Ab jetzt sind wir mit unserem Blog auch auf YouTube vertreten und laden dort Videos hoch, die zusätzlich zu unseren Artikeln Einblicke in das Leben auf Kuba und den Alltag im Projekt geben.

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La Habana und ihre revolutionäre Architektur

Die „Plaza Vieja“ (zu deutsch: Alter Platz) bildet gemeinsam mit der „Plaza de la Catedral“ und der „Plaza de Armas“ das Herzstück der Altstadt Havannas. Bisweilen werden die Plätze an – nicht gerade eine Seltenheit – sonnigen Tagen von Touristenströmen geflutet. Man bestaunt die teils mehrere Jahrhunderte alten Bauten, füllt den Kameraspeicher mit Erinnerungsfotos oder bestellt sich zum Klang klassischer bis moderner kubanischer Musik einen Kaffee, ein kühles Bier oder gar einen der ausgezeichneten kubanischen Cocktails.

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