Von Sündern und Vorreitern – das Thema Nachhaltigkeit in der kubanischen Gesellschaft

Vor mir eröffnet sich das Panorama der Stadt, in der ich nun schon mehrere Monate lebe und die ich mit all ihren Eigenheiten bereits lieb gewonnen habe. In meinem Rücken befindet sich eine etwa 20 Meter hohe Statue, die stark an den „Christo Redentor“ Rio de Janeiros erinnert und durch ihre erhöhte Position östlich der Hafeneinfahrt den Besucher_innen einen genialen Blick über die Altstadt gewährt. Doch nicht nur die Sicht, sondern auch die Luft lässt mich an diesem Ort verweilen. Während mir der Wind eine willkommene Erfrischung zu den sommerlichen Temperaturen des kubanischen Winters bereitet und ein leichter Geruch von Meersalz in meine Nase steigt, vergesse ich für kurze Zeit die unangenehmen Seiten meines Aufenthaltes in dieser so einzigartigen Stadt. 

In Gedanken schweift mein Blick langsam gen Himmel, der heute in einem wolkenfreien blau erstrahlt – eher ein seltener Anblick im feucht-tropischen Kuba. Während ich schon darüber nachdenke, wie sich die schöne Aussicht fotografisch am besten in Szene setzen ließe, fällt mir etwas ins Auge, das ich vorher nur aus nächster Nähe wahrgenommen habe.

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La Habana und ihre revolutionäre Architektur

Die „Plaza Vieja“ (zu deutsch: Alter Platz) bildet gemeinsam mit der „Plaza de la Catedral“ und der „Plaza de Armas“ das Herzstück der Altstadt Havannas. Bisweilen werden die Plätze an – nicht gerade eine Seltenheit – sonnigen Tagen von Touristenströmen geflutet. Man bestaunt die teils mehrere Jahrhunderte alten Bauten, füllt den Kameraspeicher mit Erinnerungsfotos oder bestellt sich zum Klang klassischer bis moderner kubanischer Musik einen Kaffee, ein kühles Bier oder gar einen der ausgezeichneten kubanischen Cocktails.

Die “Plaza Vieja“ jedoch hat mehr zu bieten als Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten für Touristen. Ein recht unscheinbares Gebäude gleich neben dem Planetarium lädt zu einem Besuch der „Cámara Oscura“ (Dunkelkammer) ein. Deren Funktionsweise war bereits den Menschen der Antike bekannt und wurde nicht zuletzt von Leonardo da Vinci für seine Arbeiten optimiert. Weltweit gibt es knapp über 70 dieser „Cámaras“, von denen zwei in Lateinamerika ihren Platz haben.

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Wenn 2 Millionen Menschen Geburtstag feiern

Die Menschenmassen strömen in gleichmäßigem Tempo über die breite Uferpromenade, die zu diesem außergewöhnlichen Anlass für den sonst so hektischen Straßenverkehr gesperrt ist. Lange Schlangen bilden sich vor den rauchenden Pavillons, die unter anderem gebratenes Hähnchen, Dosenbier und Refrescos (Softdrinks) zum Verkauf anbieten. Von links und rechts schallt immer wieder der eingängige Rhythmus des Reggaeton aus Boxen, die von tanzenden Kubanern regelrecht umlagert werden. Die Stimmung wirkt ausgelassen, jedoch liegt in Erwartung des abendlichen Höhepunktes zunehmend Spannung in der Luft. Es scheint, als hätte sich an diesem leicht verregneten Freitag die ganze Stadt zum Auftakt einer besonderen Feierlichkeit versammelt: dem 500. Jahrestags Havannas.

Ein geordnetes Chaos – Menschenmassen auf dem Malecón (eigene Aufnahme)

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Kubas Erster Mai

Auf dem Campus der CUJAE wurde bereits am 30. April, ähnlich wie in anderen Ländern, in den Mai getanzt. Allerdings nicht, wie in Deutschland üblich, mehrheitlich mit der Absicht, sich lediglich feiernd zu amüsieren oder als Gast auf Partys und in Diskotheken vielleicht jemanden für kurz oder lang kennen zu lernen, auf der einen Seite, oder auf der anderen Seite mit dem Interesse Geld zu verdienen. Auf dem Campus feierten unsere Kommiliton_innen, welche zwar nicht auf dem Campus leben aber am 1. Mai gemeinsam mit uns und weiteren 1.000 Angehörigen der Universität an der größten Maiparade der Welt in Havanna teilnehmen wollten, und mehr wohl als übel die Nacht durchfeiern mussten. Unterstützt wurden sie dabei auch von Universitätspersonal und Studierenden aus den Wohnheimen. Weiterlesen

Lula Livre!

Am Dienstag, den 16. April nahm der Großteil von uns an der Veranstaltung „Lula Livre“ im Kulturzentrum „Casa del ALBA Cultural de La Habana“ teil.

Der ehemalige Präsident Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva ist infolge eines fragwürdigen, politisch motivierten Verfahrens bereits seit mehr als einem Jahr inhaftiert. Am Sonntag, den 14. April forderten mehrere 10.000 Menschen in Brasilien seine Freilassung, unterstützt wurden sie von zahlreichen parallel stattfindenden Veranstaltungen in anderen Ländern Amerikas und auf weiteren Kontinenten. Weiterlesen

Da sind wir!

Bunkistas, Februar 2019

Die ProyectoteilnehmerInnen des Sommersemesters 2019.

Einige Wochen nach dem Vorbereitungstreffen in Frankfurt ist die Gruppe Februar 2019 nun komplett auf Kuba angekommen.

Auch wenn immer und überall – außerhalb Kubas – von der sogenannten „Entschleunigung“ die Rede ist und die ehemaligen Bunkistas uns bereits im Vorfeld auf eben dieses Phänomen bestmöglich vorbereiten wollten müssen wir feststellen, dass wir uns in diesem Punkt wahrscheinlich auf keinen Revolutionär, kubanischen Nationalhelden oder kommunistischen Vordenker berufen können, sondern uns eher an Albert Einstein halten müssen. Für uns ist die Entschleunigung auf Kuba vor allem relativ. Weiterlesen