Piraten ungeschlagen

In Deutschland besuche ich allwöchentlich Fußballstadien, in der Regel die Partien des Hamburger Sportvereins sowie weitere Amateurspiele, die in meiner Heimatstadt Hamburg stattfinden. Einerseits liegt das natürlich am Fußball, der mich als Sport begeistert, auf der anderen Seite fasziniert mich seit jeher das Stadionerlebnis. Vor meiner Abfahrt nach Kuba empfand ich Wehmut bei dem Gedanken, die nächsten Monate voraussichtlich kein Fußballstadion betreten zu können. Weiterlesen

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Meine erste Eindrücke von Cuba

Laut, voll, schwül, freundlich und bunt – ein großer Unterschied zu Deutschland.

Laut….

…sind die meisten Fahrzeuge, die sich auf den Straßen befinden: schicke Oldtimer, klapprige Oldtimer, neue PKWs, Lastwagen zum Personentransport, Lastwagen als solches, Busse aller Art schick klimatisiert oder vollgestopft mit Menschen und mit offenen Fenstern, Pferdekarren, knatternde Motorräder aller Art und Taxen in verschiedenster Ausführung. An einer Straße zu stehen ist ein Erlebnis! Weiterlesen

Kleine Beobachtungen und große Veränderungen

Nach Wochen der Vorbereitung und des Entgegenfieberns sind wir Anfang September in Kuba angekommen. „Wir“, das sind acht Menschen verschiedenen Alters und Herkunft, die ganz unterschiedliche Lebenserfahrungen mitbringen. Gemeinsam möchten wir die sozialistische Insel in der Karibik und ihre Bevölkerung kennenlernen, uns politisch weiterbilden und solidarisch engagieren. Weiterlesen

Ein Hautartzttermin in Havanna

Wenn man in Deutschland einen Besuch beim Facharzt machen möchte, kann dies schnell zu einem sehr aufwändigen und lästigen Unterfangen werden.

So ging es mir auch mal wieder einige Wochen vor meinem Kuba-Aufenthalt, als ich versuchte, noch einen Hautarzttermin zu bekommen, um einen Ausschlag untersuchen zu lassen. Die Anrufe bei verschiedenen Praxen in meiner Stadt waren allesamt ziemlich ernüchternd: „Sind sie schon Patient bei uns? Nein? Tut mir leid, wir nehmen zur Zeit keine neuen Patienten auf“. „Sind sie privat versichert? Nein? Wir haben in den nächsten Monaten leider keinen Termin mehr frei“. „Tut mir Leid, unsere Praxis zieht gerade um …“ und so weiter. Jedenfalls habe ich es nicht mehr geschafft, vor meinem Abflug eine Praxis zu finden, die nicht total ausgelastet war, also verschob ich den Besuch erst einmal auf unbestimmte Zeit. Weiterlesen

Ein Leben vom Tourismus – Einblicke in das Leben einer jungen Kleinfamilie am Rande der Legalität

In Kuba gibt es den Spruch „Hay que inventarse“ – Man muss sich etwas erfinden. In diesem Land wimmelt es von Menschen, Überlebenskünstlern und -künstlerinnen, die ständig irgendetwas erfinden, um das Leben etwas besser oder einfacher zu machen.

Der obere Teil einer PET-Flasche als Trichter, ein einfacher Holzstock als Baseballschläger, ein Tisch samt Stuhl statt Leiter, Bonbonpapiere als Glitzerverzierungen – erfinderisch sein gehört hier zum Leben. Und zwar nicht im schlechten Sinne. Ich habe hier Unzähliges fürs praktische Leben gelernt, auf das ich durch den Überfluss an Equipment und Möglichkeiten in meinem Leben in Deutschland nicht gekommen wäre. Ein Jeder, eine Jede kämpft sich hier durchs Leben – im großen und im kleinen Stil. Kleine Erfindungen zum Wasser umfüllen, ein Ballspiel spielen oder eine Glühbirne austauschen sind dabei eine Sache. Das Verkaufen von diesem und jenem, eine andere. Und die Lizenz für den Verkauf von bestimmten Artikeln oder das Anbieten von Dienstleistungen zu haben, noch eine weitere. Weiterlesen

Wer rappt, trägt Verantwortung

Hip Hop und seine transformative Kraft im Kampf gegen Rassismus

Mit der Annahme, dass ich mich in den nächsten Monaten mit Salsa und Reggaeton anfreunden müsste (obwohl ich dies tatsächlich mittlerweile tue), wurde ich bereits in meiner ersten Woche in La Habana eines besseren belehrt. Auf einen meiner Irrwege durch Centro Habana lief ich zufällig an der “Agencia de Rap” vorbei. Ich dachte mir “Wow, nice! Was ist das denn?” und stolperte vor den Wachmann um zu fragen. Der zeigte nur auf das Plakat vor der Tür worauf “Simposio de Hip Hop” stand. Da neben sah ich ein komplett 5-tägiges Festivalprogramm mit Workshops, Konzerten und Präsentationen rund um Hip Hop als Bildungsarbeit, Kunst, politische Bewegung etc. mit Künstler*innen und Aktivist*innen aus ganz Lateinamerika. Jackpot!!! Voller Begeisterung stürzte ich mich aufs erste Hip Hop Konzert in der damals noch mir unbekannten Madriguera. Heute, 7 Monate später, ist die Madriguera ein mir wohl bekannter Ort, wo regelmäßig Hip Hop und Kulturevents stattfinden, weil es ein öffentliches Jugendkulturzentrum ist. Heute weiß ich, dass die Agencia de Rap, Teil der staatlichen Kulturarbeit ist, die verantwortlich ist für die Förderung von Künstler*innen und Veranstaltungen der Hip Hop Szene, wie das Simposio de Hip Hop, was ich damals entdeckte. So, werden von der Agencia zum Beispiel auch regelmäßig “Peñas”(freie, offene Konzerte) auf öffentlichen Plätzen, Basketballfeldern u.ä. organisiert, wo das ganze Viertel am Start ist- die Muttis schauen aus dem Fenster, die Kids rennen zwischen dem Publikum und der “Bühne” umher, Touris laufen vorbei und bleiben stehen, die Bauarbeiter pausieren ihre Arbeit und wippen mit, die Alten stellen ihre Schaukelstühle raus…
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