Der Campus der CUJAE – eine Fotogalerie

Seit Ende Oktober wohnt unsere Projektgruppe nun schon auf dem Campus der größten technischen Universität Kubas. Gleich neben den voll besetzten  Studentenwohnheimen steht das „Edificio 700“, auch bekannt als Casa Tamara Bunke, in dem mit uns nun schon die dritte Gruppe des Proyectos lebt. Der volle  Name der CUJAE lautet „Universidad Tecnológica de La Habana José Antonio Echeverría“. Sie bietet momentan mehr als 7000 Studenten die Möglichkeit, die verschiedensten Disziplinen im Bereich des Ingenieurwesens oder auch Architektur zu studieren.

Am 2. Dezember 1964 gegründet, ist der zu Beginn noch als „Ciudad Universitaria“ (universitäre Stadt) bezeichnete Unicampus mittlerweile in die Jahre gekommen. Bei einem Rundgang über das weitläufige Gelände wirkt die CUJAE wie ein Ort, dessen Blütezeit in einer vergangenen Epoche gewesen zu sein scheint: einige der weit über 40 Gebäude stehen leer oder sind sogar bis auf die Grundmauern zurückgebaut, Flure in den Fakultäten sind verbarrikadiert, Tische und Stühle mit einer Staubschicht bedeckt und es fehlen nicht selten sowohl Fenster als auch Türen.

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Auf den Spuren von Che [part 2]

Um ein umfangreicheres Vorwissen zum Interview über die damalige Lage zu erhalten, hier eine historische Ergänzung.

Vorgeschichte

Als Kongo-Wirren werden die politischen Zwischenfälle in der Demokratischen Republik Kongo zwischen 1960 bis 1967 bezeichnet. Mit der Ausrufung der Unabhängigkeit und der darauffolgenden belgischen Invasion im Kongo nahm die Krise Ihren Verlauf. Als der belgische Generalleutnant den Kongolesen keinerlei Änderungen Ihres Status zugestand, rebellierten die Soldaten gegen ihre Offiziere, weil sie nach der Unabhängigkeit noch immer keine Kongolesen als Offiziere einstellten und sich diese strukturell diskriminiert fühlten. Aufgrund des befürchteten Verlust des zuvor gesicherten Einflusses auf das Land, entsandte die belgische Regierung Truppen, um die Kontrolle wiederherzustellen. Präsident und Premierminister unterstützten zunächst dieses Vorgehen. Als sich jedoch mit der Sezessionsbewegung auch die Provinzen Katanga, Moise unter  Tschombe abspalteten, bat Premierminister Lumumba die Vereinten Nationen um Hilfe. Trotz der UN-Missionen, welche nach und nach die belgischen Truppen im Land ablösten, unternahmen die Blauhelme nichts gegen die Einflussnahme des Kolonialismus unter Tschombe im Süden.  
Im September 1960 kam es zu einer Verfassungskrise, in welcher Präsident Kasavubu und Premier Lumumba sich gegenseitig absetzten. Aus dem Krisenzustand – ausgelöst durch den Kolonialismus – wurde die Lage im Kongo zunehmend Aussichtslos. Nun wandte sich Lumumba an die Sowjetunion, weil die USA die Hilfe verweigerten und die Lage der Bevölkerung miserabel war. Dieses Abkommen wurde weniger aus ideologischen Gründen geschlossen als schlicht aus der Erkenntnis Lumumbas heraus, dass sein Land zum Spielball westlicher Länder gemacht worden war. Durch die Hilfestellung der UdSSR gelangte er ins Visier westlicher Geheimdienste, darunter CIA und MI6.

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Wie alles beginnt.

Berichteaushavanna gibt es jetzt auch im Videoformat.

Wir haben es geschafft! Ab jetzt sind wir mit unserem Blog auch auf YouTube vertreten und laden dort Videos hoch, die zusätzlich zu unseren Artikeln Einblicke in das Leben auf Kuba und den Alltag im Projekt geben.

In unserem ersten Video möchten wir die Ankunft, die jede neue Gruppe des Tamara Bunke-Projektes in Kuba erlebt, anhand einiger unserer Impressionen veranschaulichen. Für die Bunkistas beginnt das Solidaritätsprojekt auf der Isla de la Juventud, auf der mithilfe eines Sprachkurses an der dortigen Universität die Spanischkenntnisse verbessert werden. Nebenbei bleibt natürlich auch Zeit, um sich der Natur, Freizeitaktivitäten oder dem Kennenlernen des doch so anderen Lebens der KubanerInnen zu widmen. Aber seht selbst…

La Habana und ihre revolutionäre Architektur

Die „Plaza Vieja“ (zu deutsch: Alter Platz) bildet gemeinsam mit der „Plaza de la Catedral“ und der „Plaza de Armas“ das Herzstück der Altstadt Havannas. Bisweilen werden die Plätze an – nicht gerade eine Seltenheit – sonnigen Tagen von Touristenströmen geflutet. Man bestaunt die teils mehrere Jahrhunderte alten Bauten, füllt den Kameraspeicher mit Erinnerungsfotos oder bestellt sich zum Klang klassischer bis moderner kubanischer Musik einen Kaffee, ein kühles Bier oder gar einen der ausgezeichneten kubanischen Cocktails.

Die “Plaza Vieja“ jedoch hat mehr zu bieten als Sehenswürdigkeiten und Einkehrmöglichkeiten für Touristen. Ein recht unscheinbares Gebäude gleich neben dem Planetarium lädt zu einem Besuch der „Cámara Oscura“ (Dunkelkammer) ein. Deren Funktionsweise war bereits den Menschen der Antike bekannt und wurde nicht zuletzt von Leonardo da Vinci für seine Arbeiten optimiert. Weltweit gibt es knapp über 70 dieser „Cámaras“, von denen zwei in Lateinamerika ihren Platz haben.

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Salud es lo primero – die Gesundheit ist das Erste (Teil 1)

Als der Arzt Ernesto Che Guevara mit seiner Truppe im Dezember 1956 an der Ostküste Kubas landete, traf er in den Bergen der Sierra Maestra auf Kinder, „die die physische Erscheinung von Acht- oder Neunjährigen hatten, die jedoch fast alle 13 oder 14 Jahre alt waren.“ Guevara beschrieb die Umstände damals als „die eigentlichen Kinder der Sierra Maestra, authentische Produkte von Hunger und Elend. Sie sind Opfer der Unterernährung.“ Damals wussten nur elf Prozent dieser Kinder, wie Milch schmeckt. Zudem hatten nur vier Prozent der kubanischen Bevölkerung Zugang zu Fleisch. Darüber hinaus hatten 84,6 Prozent der ländlichen Bevölkerung keinen Zugang zu medizinischer Hilfe. Wer also damals mit einer ernsthaften Krankheit konfrontiert war, hatte kaum eine Überlebenschance. Ich verstehe nun den Satz „salud es lo primero“, den ich in den letzten 3 Monaten so oft in den Gesprächen gehört habe, viel besser. Insbesondere, wenn ich dies von einem 85 jährigen Mann höre, der aus persönlicher Erfahrung spricht. Für uns – die in Europa lebenden Menschen – sind diese Umstände, unter denen die KubanerInnen damals leben mussten, nicht vorstellbar. Man bedenke, dass das Ganze erst 60 Jahre her ist… Weiterlesen

Die Jugend und ihre Herausforderungen [Teil 3]

Auf der internationalen Konferenz für Demokratie und gegen Neoliberalismus nahm ich mit einer anderen Bunkista an der Kommission der “Jugend, ihre Strategien und der Kontinuität in den Kämpfen” teil. Es waren doch mehr junge Menschen versammelt, als ich erwartet hatte und so nahmen wir in dem schon fast überfüllten Konferenzraum unsere Plätze ein und lauschten den Redebeiträgen, die ihre Wege aus den verschiedensten Ländern nach Kuba gefunden hatten und die unterschiedlichsten Lebensrealitäten und ihre Problematiken, Wünsche und Ideen widerspiegelten. Dennoch verband uns alle eins: Der Kampf um eine bessere Welt…

Impression von der Komission

Impression der Komission

 

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¡Chávez presente, Maduro Presidente! [Teil 2]

Zum Abschluss des antiimperialistischen Solidaritätstreffens hielt auch der derzeit in vielen westlichen Medien sehr umstrittene venezolanische Präsident Nicolas Maduro eine fast einstündige Ansprache. Aus der ergreifenden Rede sprachen tiefer Humanismus und Liebe zu seinem Volk. Es entstand der Eindruck, dass der Präsident auch über seine Staatsgrenzen hinaus von vielen Völkern Lateinamerikas sehr geschätzt wird. Auch besonders die Kubaner*innen schätzen den sozialistischen Präsidenten ihrer Schwesternation Venezuela. Auch ich bin seinem Charm, seiner Eloquenz und seinem Charisma durchaus verfallen. Natürlich werde ich es nicht bei meiner subjektiven Schwärmerei belassen, sondern werde in der Folge auf die Inhalte der Rede eingehen. Weiterlesen