9 Tage Fidel – Eine Revolution im Wandel, eine Revolution ohne Fidel

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Den Spanischkurs beenden wir heute schon früher, denn heute ist kein gewöhnlicher Tag. Heute ist der vierte Tag Staatstrauer nach Fidels Tod. Wie schon einen Tag zuvor sind die Menschen auf den Platz der Revolution in Havanna eingeladen, um sich von dem Mann zu verabschieden, der über 50 Jahre lang die kubanische Revolution mit seinen Ideen angeleitet hat. Schon gestern habe ich auf dem Platz die Vorbereitungen für den heutigen Tag gesehen, zu dem auch Präsident*innen und Vertreter*innen aus verschiedenen Ländern eingeladen sind, um an dem kubanischen Gedenkakt teilzunehmen und ihre Verbundenheit mit Fidel, seiner Politik und seinen Ideen zu unterstreichen.

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9 Tage Fidel – Keiner lebt allein

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Es ist Mittwoch, neun Uhr morgens. Ich bin völlig fertig. Nicht, weil ich so verdammt früh aufstehen musste, ein Akt der mir in Deutschland nur schwerlich möglich gewesen war, nein, ich bin noch immer wach. Total verschwitzt, total verpeilt, total durch. Weiße Schweißflecken zeichnen meine Kleidung. In einer Hand ein Eis haltend, in der anderen, betont weg vom Eis haltend, eine kubanische Flagge. Auf Halbmast natürlich. Nein, dies ist keine epische Suffgeschichte, sondern Teil einer Liebesgeschichte, meiner Liebe zu einer Idee, einer Idee von einer besseren Welt, von der Revolution.

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9 Tage Fidel – Die längste Schlange Kubas

Es ist acht Uhr dreißig, als wir am Morgen des 28.11 am ICAP, dem kubanischen Institut für Völkerfreundschaft ankommen. Die Einladung zu der Gedenkveranstaltung haben wir gestern erst im Verlaufe des Tages erhalten. Vor den großen Säulen der Empfangshalle des Gebäudes haben sich bereits um die 200 Menschen versammelt, um dem Máximo Líder – Fidel Castro, zu gedenken. Mir fällt die hohe Präsenz der Ausländer auf. Neben einigen Italienern, Deutschen und Kanadiern, haben sich vor allem viele Lateinamerikaner zu dieser Stunde am Institut eingefunden. Wir lauschen den kurzen Redebeiträgen einiger Vertreter von kubasolidarischen Organisationen, die teilweise extra zu Ehren Castros nach Kuba geflogen sind, sowie dem Präsidenten der UJC, der kommunistischen Jugend Kubas und der Präsidentin des ICAPs. Die Trauer der Anwesenden lässt sich in der allgemeinen Stimmung vor Ort erahnen. Es wird nicht gelacht, die Mienen wirken versteinert, einigen stehen die Tränen in den Augen.

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9 Tage Fidel – „¡Fidel vive, la lucha sigue!“ – Gespräche über Kuba nach dem Tod Fidel Castros

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Zum Zeitpunkt des Todes Fidel Castros befand sich ein Großteil unserer Gruppe gerade auf der Insel „Isla de la Juventud“, wo wir uns für eine Woche mit Studierenden sowohl politisch als auch kulturell ausgetauscht haben und dabei von Aktivist*innen der Partei-Jugend und der Studierendenvereinigung begleitet wurden. Bereits in der Nacht vom 25. auf den 26. November wurden wir über mehrere Telefonanrufe vom Ableben des ehemaligen Staatspräsidenten informiert. Die unmittelbaren Reaktionen unserer kubanischen Begleiter*innen reichten von tiefer Trauer und anfänglicher Ungläubigkeit bis hin zu erstaunlicher Gefasstheit. Nachdem wir uns die Situation vergegenwärtigt hatten drängte sich vor allem eine Frage auf, die vielen von uns auch vor unserem Abflug nach Kuba gestellt wurde: Welche Bedeutung wird der Tod von Fidel für Kuba haben? Anstatt uns den weltweiten medialen Spekulationen anzuschließen, hatten wir am Folgetag in mehreren Gesprächsrunden die Gelegenheit, direkt zu erfragen, was die uns begleitenden kubanischen Jugendlichen eigentlich selbst darüber denken.

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9 Tage Fidel – Havannas Stadtteil Cerro: Der stille Abschied

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Ich war wohl eine der ersten die es erfahren hat, weil meine Nachbarin Miruel am Freitag um ca. 23.40 hochkam, mich aus dem Schlaf riss und ganz aufgeregt rief, ich solle den Fernseher einschalten. Raul habe verkündet, dass Fidel um 10.29 gestorben sei. Ich schaltete ein, doch es lief nur das angekündigte Programm. Wir waren alle nervös. Inzwischen standen wir zu viert bei mir im Zimmer und fragten uns, ob das wirklich möglich sei.

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Drei Wochen Bali, drei Wochen Kuba – zweimal am anderen Ende der Welt

Unser Autor Maximiliano hat im September 2015 drei Wochen Urlaub in Indonesien gemacht. Genau ein Jahr später, im September 2016, ist er mit der neuen Gruppe des Proyecto Tamara Bunke in Kuba angekommen. Nun, nach den ersten drei Wochen auf der Karibikinsel, zieht er einen Vergleich aus seinen Erfahrungen zwischen zwei Welten, die sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen, bei genauerem Hinsehen jedoch kaum unterschiedlicher sein könnten.

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