Expeditionen in verschiedene Welten – Die Vielseitigkeit der Natur auf der Isla de la Juventud

Einleitung

Um auf die Isla de la Juventud zu kommen muss man sich frühzeitig um die für Touristen nicht gerade günstigen Tickets für die Überfahrt oder den Flug kümmern. Wenn man dann wie wir dank Hilfe bei dem vorhergehenden Prozess die dreistündige Überfahrt in dem Katamaran macht und sich dem im Volksmund nur Isla genannten Eiland annähert, zeigt sich schnell, dass diese Insel besonders schöne Natur zu bieten hat. Kurz bevor am Horizont die Marmorhügel und die Küste der Isla erscheinen, durchquert der Katamaran einen engen Kanal zwischen zwei kleinen, ganz unberührt wirkenden Inseln. Die Farbe des Wassers wechselt während der Fahrt immer wieder zwischen hellem türkis und tiefem blau. Beim Einlaufen in den kleinen Hafen der Isla fällt das intensive Grün der üppigen Ufervegetation ins Auge. Weiterlesen

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#NoMásBloqueo!

Am 31.Oktober 2018 wurde zum 27ten Mal in der UN abgestimmt, ob die Blockade, die von den USA Kuba seit 1960 offiziell auferlegt wurde, beseitigt werden soll. Für die CUJAE, die Universität an der wir studieren, bedeutete dies einen riesigen Aktionstag, auf dem die Studierenden mobilisiert wurden, sich gegen die Blockade auszusprechen, die im Alltag aller kubanischen Bürger*innen ein großes Ausmaß hat. Nicht nur dass keine US-Amerikanische Firma oder Tochtergesellschaft Handel mit Kuba betreiben darf. Allen Firmen und Nationen, die mit den USA in wirtschaftlichen Beziehungen stehen, drohen Sanktionen von den USA, wenn sie mit Kuba Handel treiben, Kuba darf nicht mit dem Dollar handeln und kein Produkt, das mehr als 3% in Nordamerika produzierte Bestandteile hat, darf nach Kuba exportiert werden. Darunter fallen sowohl Ressourcen, die für die wirtschaftliche Entwicklung und Unabhängigkeit Kubas von Bedeutung sind wie Maschinen für die Industrie als auch lebensnotwendige Ressourcen wie Medikamente und medizinische Werkzeuge. Deshalb ist die UN Abstimmung von großer Relevanz und Bedeutung für die kubanische Bevölkerung.
Für mich war die Veranstaltung gegen die Blockade sehr begeisternd, weshalb ich in diesem Artikel das ganze Geschehen aus meiner Sicht festhalten möchte. Weiterlesen

Gemeinschaft, Aktivität und Solidarität – Besuch in der Casa de los Adulto Mayores auf der Isla de la Juventud

Wie bereits andere Gruppen zuvor durften auch wir das Altenheim in Nueva Gerona besuchen. An einem sonnigen Freitagmorgen kamen wir dort an. Die Einrichtung besteht aus zwei Gebäuden, die in einer ruhigen Straße liegen. Vor den Häusern stehen Bäume, unter denen viele Schaukelstühle und Bänke aufgestellt sind. Hier halten sich die Bewohner*innen bevorzugt auf, schwatzen, essen Eis mit Kuchen und beobachten, was auf der Straße vor sich geht. Weiterlesen

Kicken in Marianao – Wie ein Ort Menschen verbindet

Wanderung durch Marianao

Es ist später Nachmittag in La Habana, der bisherige Tag verlief sehr angenehm und da wir noch relativ neu in der Stadt sind, haben wir beschlossen, zu zweit ein wenig Marianao zu erkunden. Marianao ist das Stadtviertel von La Habana, in welchem wir die nächsten Monate lang leben werden und in welchem sich auch die CUJAE, unsere Universität befindet. Um diese Uhrzeit sind Sonne und Temperatur nicht mehr so drückend wie tagsüber, stattdessen streicht eine angenehme Brise durch die Stadt. Diese Kombination schafft pro Tag etwa zwei bis drei angenehme Abendstunden, bevor die Sonne untergeht. Weiterlesen

un poder enemigo – eine feindliche Macht

Am vergangenen Mittwoch dem 31.10.2018 fand vor der UNO erneut eine Abstimmung über eine Resolution von Kuba statt, welche die Aufhebung der Blockade Kubas durch die USA fordert, die Kuba noch immer als »feindliche Macht« deklariert. In diesem Rahmen gab es auch bei uns an der Universität eine Veranstaltung, bei der ich folgendes, von mir geschriebene Gedicht vortrug:

un poder enemigo

¿qué es un poder enemigo?
es un imperio
del capitalismo mundial,
que come la vida de la naturaleza
y no respeta la consequencia fatal.

¿qué es un »poder enemigo«?
es una tentativa
de una economia social
para los ojos del capitalismo
en la lucha de clases global.

¿qué es un »poder enemigo«?
es una construcción
de palabra artificial
por construir un motivo
para un bloqueo brutal.

(24.10.2018)

Dieser Artikel ist von Meas.

Hurrikan-Warnung auf der Isla de la Juventud

Als wir am 8. Oktober 2018 erfuhren, dass diejenigen Mitglieder unserer Gruppe, die aufgrund weitreichender Spanischkenntnisse einen anderen Kurs in dem Campus in Nueva Gerona besuchten, wegen einer Hurrikan-Warnung wieder zurück nach La Demajagua kommen würden, wurde uns kurz etwas mulmig. Unsere Gruppe war für einen Monat auf der Isla de la Juventud, 100 Kilometer südlich der kubanischen Hauptinsel, um zu Beginn des längeren Kuba-Aufenthalts zunächst einen Spanischkurs zu besuchen. Auch dieser fiel wegen der Hurrikan-Warnung aus. Dafür kam extra der Direktor des Uni-Campus II in La Demajagua bei uns im Studierendenwohnheim vorbei und instruierte uns, wie wir uns vorbereiten sollen. Der Hurrikan Michael zog nicht direkt über die Isla, aber wir bekamen seine Auswirkungen zu spüren. Weiterlesen

„Ich gehe dahin, wo ich gebraucht werde!“

Interview mit Oldita,
Krankenschwester und Teilnehmerin einer medizinischen Brigade in Guatemala

Bei der Fiesta CDR am 27.09.2018 lernte ich Sara kennen, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter Oldita in La Demajagua auf der Isla de la Juventud lebt. Stolz berichtete sie mir, dass Oldita von 2013 bis 2015 als Krankenschwester an einer medizinischen Brigade in Guatemala teilgenommen habe, und lud mich und Annette zu sich nach Hause ein. Das Angebot nahmen wir gerne an und so verbrachten wir einige Abende mit den beiden Frauen, die sich auch zu einem Interview mit uns bereit erklärten. Olga Lidia de Bardet Portuondo ist 46 Jahre alt und arbeitet im Krankenhaus von Nueva Gerona als Leiterin des Fachbereichs Hygiene. Im Rahmen dieser Tätigkeit ist sie unter anderem dafür zuständig, Menschen über die Übertragungswege von Dengue-Fieber und dem Zika-Virus aufzuklären. Oldita liebt ihren Beruf, das spürt man schon nach wenigen Sätzen. Während sie von Guatemala erzählt, leuchten ihre Augen, so dass ihre Sympathie für das guatemaltekische Volk und ihre Leidenschaft für ihre Arbeit unübersehbar sind. Weiterlesen