Erinnerungskultur – von Turquino bis Coppelia

Celia-Denkmal vor Coppelia

Oben angekommen! Mühselig haben wir die letzten anderthalb Tage damit verbracht, steile Pfade der Sierra Maestra zu beklettern und provisorisch angelegte Treppen zu besteigen, um nun endlich diesen Punkt zu erreichen: Die Spitze des Pico Turquino in 1.974 Metern Höhe, den höchsten Punkt Kubas. Übernachtungen in Militärlagern, beeindruckende Aussichten auf die Berge der Sierra Maestra und kurze Pausen zum Maní[1] oder Kekse essen haben wir hinter uns. Mit mehr als sechzig Personen der Universität Havanna und der CUJAE sind wir aufgebrochen, alle Rucksäcke mit Verpflegung und Zelten auf den Rücken tragend. Füße und Schultern tun weh, alle sind verschwitzt. Wer ankommt, lässt sich zuerst auf der kreisrunden Lichtung ganz oben auf dem Turquino ins Gras fallen. Manche schlafen ein wenig, andere ziehen sich eilig die Schuhe aus, betrachten ihre wunden Füße. Inmitten der großen Gruppe an Studierenden Kubas steht die Büste José Martís – dem kubanischen Nationalhelden und der Ikone für den Kampf um die Unabhängigkeit – und ragt noch weiter in den Himmel empor… Weiterlesen

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Ein kunterbuntes Haus

Ehemalige Bunkistas haben vor uns Zeit, Kraft und Aufwand in das Edificio 700 gesteckt. Durch zahlreiche Gespräche und Verhandlungen um hier im Haus leben zu können und dürfen, durch Anschaffungen aller Art – angefangen mit einer Pumpe und einem Wasserspeicher auf dem Dach des Hauses bis hin zur aktuellsten Anschaffung einer Waschmaschine – hoffen wir nun die erste Gruppe zu sein die vollständig, während der gesamten Zeit unseres Aufenthalts hier wohnen wird.

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Kubas Erster Mai

Auf dem Campus der CUJAE wurde bereits am 30. April, ähnlich wie in anderen Ländern, in den Mai getanzt. Allerdings nicht, wie in Deutschland üblich, mehrheitlich mit der Absicht, sich lediglich feiernd zu amüsieren oder als Gast auf Partys und in Diskotheken vielleicht jemanden für kurz oder lang kennen zu lernen, auf der einen Seite, oder auf der anderen Seite mit dem Interesse Geld zu verdienen. Auf dem Campus feierten unsere Kommiliton_innen, welche zwar nicht auf dem Campus leben aber am 1. Mai gemeinsam mit uns und weiteren 1.000 Angehörigen der Universität an der größten Maiparade der Welt in Havanna teilnehmen wollten, und mehr wohl als übel die Nacht durchfeiern mussten. Unterstützt wurden sie dabei auch von Universitätspersonal und Studierenden aus den Wohnheimen.

Am Ersten Mai weckte ein umherfahrendes Polizeiauto die Schlafenden bereits um 2 Uhr früh mit seiner Sirene. Die Campusparties hatten sich mittlerweile vor die Mensa verlagert, in der es Frühstück für alle Teilnehmenden gab. Auch während des kollektiven Frühstücks dröhnte Reggaeton aus den mitgebrachten, unterschiedlich leistungsstarken Boxen und Lautsprechern. Es wurde ausgelassen getanzt bis es dann um 3 Uhr morgens mit acht Gelenkbussen, die normalerweise im Linienverkehr Havannas eingesetzt werden, heute aber, genauso wie Frühstück und Weckdienst, kostenlos genutzt werden konnten, zu unserem Sammelpunkt im Stadtteil Vedado ging. Wie für Kuba-Kenner_innen gut vorstellbar, ging die Party für einige Kubaner_innen auch noch im Bus weiter. Dass dieser zwischenzeitlich mit einer Panne liegen blieb beeinträchtigte die Stimmung an Bord in keinster Weise. Jeder uns überholende Bus wurde ausgelassen bejubelt. Weiterlesen

Deutsches Wolfsrudel in Ostkuba gesichtet

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Fischerboote in Gibara, Provinz Holguín. ©RG

Oriente, Gibara in der heutigen Provinz Holguín. Es ist ein ruhiger Tag. Der Strand liegt da als würde er schlafen. Kaum eine Menschenseele ist zu sehen. Die Wellen schwappen sanft und friedlich an das Ufer. In der Nähe des Sandstrands von Gibara liegt ein Frachtschiff auf der ruhigen See. Ein deutsches U-Boot taucht auf und versenkt es mit der Bordkanone. Das U-Boot taucht ab, der Frachter versinkt.

Diese Geschichte wurde mir während meiner zahlreichen Aufenthalte in Gibara über mehrere Jahre hinweg immer wieder von verschiedenen Einheimischen jeglichen Alters erzählt, meist jedoch von der älteren Generation, den Zeitzeugen. Das beschriebene Erlebnis während des Zweiten Weltkrieges, lange bevor die Revolution ihre Errungenschaften und den postrevolutionären Fortschritt in das kleine ostkubanische Fischerdorf brachte, hat die Menschen nachhaltig beeindruckt. Um ehrlich zu sein, mich auch. Obwohl ich mich seitdem ich lesen kann immer schon mit dem Nationalsozialismus und dem Zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt habe, war mir nicht bewusst, dass Karl Dönitz´ Weiterlesen

Pinar Rock oder Festival auf Kubanisch

Meine Festival-Saison fängt dieses Jahr schon im März an. Warum auch nicht, schließlich sind in Pinar del Rio – der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz im Westen Kubas – schon jetzt Temperaturen wie bei uns im Juli. Hier findet vom 21. bis 23. März 2019 das alljährliche Pinar Rock Festival auf dem Sportplatz der Universität statt, zu dem auch ich angereist bin.

Ankündigungsplakat in Pinar del Rio

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Es lebe der Sport! – Von 3 Wochen Unispielen

Es liegt ein Gefühl in der Luft, eine ganz neue Stimmung, hier an der Technischen Universität CUJAE, in diesen angenehmen Abendstunden Ende Februar. Auf den Basketballplätzen werden nicht wie sonst lässig einige Körbe geworfen, es wird trainiert. Gleiches auf dem Fußballplatz: Kein Gebolze, sondern Training: Mit Kombinationsspiel, Erwärmung und Fitnesseinheit. Die Laufbahn ist voller als sonst. Sprinter absolvieren in regelmäßigen Abständen 100-Meter-Trainingsläufe, andere stoppen ihre Zeit erst nach einigen Kilometern. Es ist als sei die Universität aus ihrem kurzen Winterschlaf und aus den Semesterferien zu neuer Energie und Tatendrang erwacht. Die Athleten bereiten sich schon seit Wochen vor darauf vor, in den Gängen wird davon gesprochen und vermehrt sieht man die Studierenden mit den T-Shirts ihrer Fakultäten umherlaufen: Die dreiwöchigen Sportspiele des 13. März – „Los Trece“ – stehen an! Weiterlesen