Jahresende in der Keimzelle der Revolution

banerEs war für mich der erste Dezember bei gefühlten 40 Grad, den ich in der im Oriente liegenden Provinz Santiago de Cuba verbracht habe. In der Keimzelle des Aufruhrs, wo der Funken der Revolution Feuer fing. In der Stadt, in der Fidel Castro Ruz zum ersten Mal in Cuba den Sieg der Revolution ausrief.

Wie es am Jahresende in der Rebellenstadt zugeht, konnte ich selbst erfahren. Weiterlesen

Ein Gespenst geht um in der Welt

Durch das klappernde Fenster in meinem Zimmer, werde ich gegen 3 Uhr morgens wach und auf einmal knallt ein Windstoß es endgültig zu. Halt, war das ein Windstoß? Eine fluoreszierende Wolke setzt sich von der Decke ab. Ist das ein Albtraum? Nein! Die Wolke fängt an Gestalt anzunehmen. Mit einem markanten Bart, einer Mütze auf der ein roter Stern prangt. Das Gesicht kenne ich doch irgendwoher. Verdammt, das ist Ché. „Was machst du denn hier?“, frage ich ihn. „Hey León!“, antwortet er mir. „Ich wollte nur einmal kurz vorbeischauen und ein paar Gedanken für die Menschen dieser Welt hinterlassen. Leider kann ich in dieser Daseinsform keinen Stift in die Hand nehmen und du müsstest das für mich erledigen.“ Gesagt getan. Setze ich mich also an meinen Schreibtisch. Mit tiefer Stimme, bedacht auf jedes Wort, fängt er an zu erzählen:

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Die Zuckerplantagen unserer Uni

Nicht weit entfernt vom Unigelände der CUJAE, der technischen Uni Havannas, befindet sich das Central Toledo – Museum des Zuckerrohrs und die Zuckerfabrik Manuel Martinez Prieto. Fast unvorstellbar, dass das ganze Gelände, über das sich der Universitätskomplex der CUJAE erstreckt, einst nichts als eine 6180 m² Zuckerrohrplantage war und noch vor weniger als 80 Jahren in Besitz einer Familie namens Asturo war, die durch die Arbeit ihrer Sklaven auf den Plantagen ihren Reichtum vermehrte. Allein die Vorstellung erscheint mir seltsam, wenn ich an all die Studierenden aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt denke, die ich hier kennengelernt habe. Ich frage mich wie es dazu kam, dass die CUJAE gerade hier auf einer ehemaligen Zuckerplantage gebaut wurde, die doch recht abgelegen von der Innenstadt liegt. Die Antwort auf meine Frage erhalte ich bei meiner Geschichtsdozentin mit dem Verweis auf das Monumento Nacional del Complejo Universitario “José Antonio Echeverría”, welches Kulturerbe der CUJAE (Ciudad Universitaria José Antonio Echeverría) ist.
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Das Weiße Haus der Studierenden

Casa Estudiantil

Ich starre auf die Uhr. In Deutschland ist gerade 4:12 Uhr, auf dem Zimmer meiner Unterkunft, an der CUJAE der technischen Uni von Havanna ist es 22:12 Uhr. In der Hand habe ich die „Die offenen Adern Lateinamerikas“ von Eduardo Galeano und muss an den heutigen Tag denken, als ich lese:

Elf Monate genügten den britischen Besatzungstruppen, um eine Anzahl von Sklaven einzuführen, die normalerweise im Verlaufe von fünfzehn Jahren ins Land gekommen wären, und seit jener Epoche war die cubanische Wirtschaft ausschließlich auf die ausländischen Zuckerbedürfnisse eingestellt. Die Sklaven sollten die begehrte Ware für den Weltmarkt herstellen, und ihr saftiger Überpreis ist seither der einheimischen Oligarchie und den Interessen des Imperialismus zugute gekommen. “
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9 Tage Fidel – Eine Revolution im Wandel, eine Revolution ohne Fidel

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Den Spanischkurs beenden wir heute schon früher, denn heute ist kein gewöhnlicher Tag. Heute ist der vierte Tag Staatstrauer nach Fidels Tod. Wie schon einen Tag zuvor sind die Menschen auf den Platz der Revolution in Havanna eingeladen, um sich von dem Mann zu verabschieden, der über 50 Jahre lang die kubanische Revolution mit seinen Ideen angeleitet hat. Schon gestern habe ich auf dem Platz die Vorbereitungen für den heutigen Tag gesehen, zu dem auch Präsident*innen und Vertreter*innen aus verschiedenen Ländern eingeladen sind, um an dem kubanischen Gedenkakt teilzunehmen und ihre Verbundenheit mit Fidel, seiner Politik und seinen Ideen zu unterstreichen.

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