Der wirtschaftliche Faktor der Spezialperiode und der Weg aus der Krise (Teil 3 von 4)

1996 bis heute

Das Schlimmste ist überstanden, die kubanische Wirtschaft scheint sich aus dem Tief der Spezialperiode von 1994 langsam wieder zu erheben. Die Lebensqualität der Kubaner steigt erneut und die Wirtschaftsaktualisierungen versprechen ein langsames, aber sicheres Wirtschaftswachstum, wie 1996 mit sogar knapp 8%, doch die Spezialperiode ist noch nicht überwunden.

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Jahresende in der Keimzelle der Revolution

banerEs war für mich der erste Dezember bei gefühlten 40 Grad, den ich in der im Oriente liegenden Provinz Santiago de Cuba verbracht habe. In der Keimzelle des Aufruhrs, wo der Funken der Revolution Feuer fing. In der Stadt, in der Fidel Castro Ruz zum ersten Mal in Cuba den Sieg der Revolution ausrief.

Wie es am Jahresende in der Rebellenstadt zugeht, konnte ich selbst erfahren. Weiterlesen

Reparaturkultur

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Ist das kaputt oder kann das weg?

Vor einiger Zeit bin ich aus der Uni ausgezogen. Unter anderem, weil wir dort nicht vernünftig selber kochen konnten. Die Küche unserer neuen Wohnung ist erfreulicherweise sogar mit einer batidora ausgestattet – also einem Mixer, der perfekt für Shakes geeignet ist. Beziehungsweise geeignet wäre. Denn jemand kam auf die Idee, dass es auch möglich wäre, komplette Eisblöcke damit zu zerkleinern – ist es auf Dauer aber nicht. Nach kurzer Inspektion fällen wir das Urteil: Totalschaden, irreparabel.

Bliebe also nur Neukaufen, doch das ist gar nicht so günstig. Neue Elektrogeräte kosten hier mindestens genauso viel wie in Deutschland, tendenziell sogar noch mehr. Für die meisten Kubaner*innen sind sie somit kaum erschwinglich. Somit liegt das Projekt erstmal auf Eis, bis ich einige Tage später an einem Straßenstand vorbeikomme, wo erstaunlicherweise Ersatzteile speziell für batidoras verkauft werden. Jetzt fehlt mir nur noch das passende Werkzeug.
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Der wirtschaftliche Faktor der Spezialperiode und der Weg aus der Krise (Teil 1 von 4)

Seit dem Zerfall des sozialistischen Lagers 1989/ 90 befindet sich Kuba in einem stetigen politischen Wandel. Mit der Auflösung der Sowjetunion und des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) brach das Fundament der kubanischen Wirtschaft weg. Das Land verlor mit einem Schlag seine wichtigsten Handelspartner und stürzte in die schwerste Krise seit dem Sieg der Revolution. Ab hier an rief die kubanische Regierung die Sonderperiode (período especial) aus, mit der eine Vielzahl tief gehende Reformen einhergingen, die die kubanische Wirtschaft transformierten, notgedrungen umentwickelten um langsam aber sicher mit dem Aufbau einer autarken, stabilen Wirtschaft mit anderen Schwerpunkten aus der Krise erneut emporzusteigen. Weiterlesen

Über Gespenster und Fledermäuse – Wie ein Schluck Bacardi der kubanischen Revolution schadet

20160708_165302#1Deutschland, Hamburg, 21.30 Uhr. Neongelbes Licht lässt die Umrisse einer Gruppe von Jugendlicher erahnen, die sich im Halbdunkel einer „Netto“ Reklametafel zusammengerottet haben. Rauch steigt über ihren Köpfen auf, windet sich um besagtes Schild und wird von der Dunkelheit verschluckt. Es ist ruhig um diese Zeit, die Straßen wie leergefegt. In der Ferne ist das Schlagen eines Glockenturms zu vernehmen. Eine Fledermaus lässt sich auf einem Baum in der Nähe nieder und scheint die Gruppe mit durchdringendem Blick zu beobachten.

„Vodka, Gin, Whisky, Rum?, Wie wäre es mit einer Flasche Bacardi?“  Weiterlesen

Auf der Suche nach Olivenöl oder warum in Cuba die Regale teilweise leer sind

Ich: „Hay aceite de oliva?“ (Gibt es Olivenöl?)
Antwort: „No, no hay!“ (Nein, gibt es nicht!)
Ich erlebe das erste Mal, dass auch wenn ich über die finanziellen Mittel verfüge, ich die Dinge die ich gerne hätte, nicht kaufen kann da sie gar nicht importiert werden, nicht hier hergestellt werden oder gerade ein Mangel daran herrscht. So merke ich in einem Devisenladen wenn es gerade an Devisen mangelt, dass einige Regale dann leer sind. Z.B. meine Einkaufstour letzte Woche: Ich komme zurück und habe nicht alle Dinge auf meinem Einkaufszettel in den 5 Läden wo ich nachfragte bekommen. Olivenöl, Haarlack, Käse, Nudeln und Gemüsebrühe standen auf meiner Liste und die beiden Erstgenannten waren für mich nicht aufzutreiben.

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Reflexion über unseren unlieben ständigen Begleiter: Die Werbung

Seit ich in Cuba bin, ist mir erst wirklich aufgefallen, welchen immensen Einfluss Werbung auf mein Leben nimmt. Während ich vorher immer mit Werbung auf allen Ebenen konfrontiert war, sehe ich nun, wie ein Minimum von Werbung auf mich wirkt. Dabei fallen mir aber nicht nur die positiven Aspekte auf, wie zum Beispiel, dass die Hauptfunktion von Werbung mein Kaufverhalten zu beeinflussen, wegfällt, aber auch die negativen, doch dazu später mehr.  Weiterlesen