Gemeinsam bist du nie verloren – unterwegs mit den excursionistas

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Es ist Freitag, fünf Uhr dreißig. Morgens. Ich stehe im vollgepackten Bus der Linie PC und fahre in Richtung des Stadtrands von Havanna. Für die Kubaner*innen, die sich gerade zur Arbeit quälen, müssen wir drei Kartoffeln mit unseren riesigen Treckingrucksäcken ein ungewöhnliches Bild abgeben. Anmerken lassen sie sich das aber nicht. Wir quälen uns zwar auch, machen das aber freiwillig und nennen das dann Abenteuer oder so. Für das lange Wochenende ist geplant, mehrere Tage im kubanischen Dschungel zu verschwinden und am Ende auf einen tausendnochwas Meter hohen Berg zu kraxeln.
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Landung mit dem Vogel in Cerro

Vor einiger Zeit habe ich mich bei dir, Havanna, bedankt, für das Dach, dass du mir seit einer Weile über dem Kopf, in deinem Viertel Cerro, gegeben hast. Du hast Cerro richtig ins Zentrum deiner Viertel gestellt, so dass man von hier aus fast überall hinkommen kann. Vor einiger Zeit hast du sicherlich mitbekommen, was in meinem Straßenviertel passierte. Das war nichts schlimmes, aber das gehört halt dazu, wenn man hier wohnt. Genau gesagt war es am 15. Mai, an einem Sonntag gegen zwei Uhr nachmittags, an dem ich lautes Quieken von Schweinen hörte. Von der Terrasse aus, war fast alles zu sehen. Drei Männer, inklusive meinem Nachbarn haben über 20 Minuten versucht das gut gebaute Schwein, mit Seil ums Maul gebunden, über den Hof Richtung Straße zu ziehen. Alle drei Männer mussten jede Minute eine Pause machen, weil das Schwein nicht zu bewegen schien und laut quiekte. Es wurde zum Schlachthof mitgeschleppt. Du weißt Bescheid über die Schweinezucht von meinen Nachbarn? Weiterlesen

Über Gespenster und Fledermäuse – Wie ein Schluck Bacardi der kubanischen Revolution schadet

Deutschland, Hamburg, 21.30 Uhr. Neongelbes Licht lässt die Umrisse einer Gruppe von Jugendlicher erahnen, die sich im Halbdunkel einer „Netto“ Reklametafel zusammengerottet haben. Rauch steigt über ihren Köpfen auf, windet sich um besagtes Schild und wird von der Dunkelheit verschluckt. Es ist ruhig um diese Zeit, die Straßen wie leergefegt. In der Ferne ist das Schlagen eines Glockenturms zu vernehmen. Eine Fledermaus lässt sich auf einem Baum in der Nähe nieder und scheint die Gruppe mit durchdringendem Blick zu beobachten.

„Vodka, Gin, Whisky, Rum?, Wie wäre es mit einer Flasche Bacardi?“  Weiterlesen

Yo sí puedo – Consecuencias de la Campaña de la Alfabetización en la Educación de Cuba de hoy (Parte I y II)

Era más o menos a mediados de octubre. Me recuerdo que me alegré que no tenía que ir a la universidad el próximo día y así tenía tiempo para dormir a mi gusto porque los días anteriores habían sido muy agotadores. Pero no pensaba que esto pasaría: A las 8 por la manana casi me caí de mi cama porque me asusté mucho de la música alta enfrente de mi casa. Después de decidir que no tenía sentido seguir durmiendo, me levanté y busqué a mi vecina para preguntarle qué estaba pasando.

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Die Ciudad Escolar Libertad – Vom Sieg der Kultur über die Barbarei

Lernen in der Lunge Havannas

Zur Vorbereitung auf die Kurse, die wir an der technischen Hochschule von Havanna (Cujae) besuchen, haben wir zu Beginn des Semesters einen Spanischkurs absolviert. Dieser Kurs fand an der Fakultät für Fremdsprachen der pädagogischen Universität Varona statt, die auf dem Gelände der Ciudad Escolar Libertad, einer Schulstadt im Westen Havannas liegt. Betritt man das 2,6km2 große Gelände durch eines der verschiedenen Eingangstore taucht man in eine andere Welt ein. Weiterlesen

Reflexion über unseren unlieben ständigen Begleiter: Die Werbung

Seit ich in Cuba bin, ist mir erst wirklich aufgefallen, welchen immensen Einfluss Werbung auf mein Leben nimmt. Während ich vorher immer mit Werbung auf allen Ebenen konfrontiert war, sehe ich nun, wie ein Minimum von Werbung auf mich wirkt. Dabei fallen mir aber nicht nur die positiven Aspekte auf, wie zum Beispiel, dass die Hauptfunktion von Werbung mein Kaufverhalten zu beeinflussen, wegfällt, aber auch die negativen, doch dazu später mehr.  Weiterlesen

Die Sommerschule Hugo Chávez – kritische Zivilgesellschaft?

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Die „Escuela de Verano Hugo Chávez“ wurde vom Verein „Nuestra America“ organisiert, der von einigen jungen kritischen Linken in Havanna gegründet wurde. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt die sozialen Transformationsprozesse, die sich in einigen lateinamerikanischen Ländern abspielen, zu reflektieren, eigene emanzipatorische Projekte durchzuführen und als Forum des Austausches zu dienen. Die Sommerschule, welche ich auch besuchte, fand in dieser Form erstmals in der ersten Augustwoche während der Semesterferien in Havanna statt und hatte ca. 60 Teilnehmer. Sie trägt den Namen des ehemaligen Präsidenten Venezuelas, der große Sozialprogramme durchführte und sich maßgeblich auf soziale Bewegungen stützte, mit denen er auch gemeinsam eine neue Verfassung ausarbeitete. Hugo Chávez gilt als einer der Begründer des Sozialismus des 21. Jahrhunderts und prägte die Linke Südamerikas nachhaltig. Weiterlesen