Wirtschaftsaktualisierung

In den letzten 10 Jahren hat die kubanische Wirtschaft wichtige und tiefgreifende Veränderungen erfahren. Dies ist die Phase, die den Beginn und die Entwicklung eines komplexen und umfassenden Prozesses umrahmt, der alle Bereiche des Lebens im Land umfasst und beeinflusst: die Aktualisierung des nationalen Wirtschaftsmodells.
Stets zu beachten ist, dass der Wirtschaftskrieg, dem Kuba ausgesetzt ist, nicht ignoriert werden kann. Dieser beeinträchtigt das normale Funktionieren der Wirtschaft auf der grössten Insel der Antillen.

Jahrzehnt 2010-2019: Neun Aspekte, die die Aktualisierung des kubanischen Wirtschaftsmodells kennzeichneten

Weiterlesen

Der höchste Berg Kubas oder eine andere Welt

Wie auch schon vorherige Proyecto-Gruppen hatten Ende Januar auch einige Teilnehmerinnen unserer Gruppe das Glück, mit dem movimiento de excursionismo cubano auf Exkursion gehen zu können. Mit einer ca. 50 Personen starken Gruppe von Studierenden der CUJAE und der Universität de La Habana (UH) machten wir uns auf den Weg gen Süden des Landes. Unser Ziel sollte der höchste Berg Kubas, der pico Turquino, sein, der sich im sogenannten oriente (Osten des Landes) befindet.

Weiterlesen

Wo Realitäten aufeinander prallen

Austauschtreffen mit Studenten der Cujae

Nachdem wir uns jetzt einige Monate mit den Wirklichkeiten Kubas beschäftigten und unter anderem viele Gespräche über die verschiedenen Lebensrealitäten der KubanerInnen führten, stellte sich für mich immer mehr die Frage, was denken diese eigentlich von uns? Wie stellen sie sich unser Leben z.B. in Deutschland vor? Die Möglichkeit, ein Land für mehrere Monate kennen zu lernen haben viele KubanerInnen nicht, wodurch sich das Bild über unsere Lebensrealitäten in einem „entwickelten Land“ durch die Touristen, die nach Kuba reisen, diverse Medien (auch Facebook und Instagram), Filmen und Serien, sowie Verwandte und Bekannte, die im Ausland leben, zusammenstellt. Weiterlesen

Salud es lo primero – die Gesundheit ist das Erste (Teil 2)

Im ersten Teil bin ich darauf eingegangen, welche Errungenschaften die kubanische Revolution in Bezug auf das Gesundheitssystem vorzuweisen hat und welche Hürden den KubanerInnen dabei gestellt wurden. Die damalige wirtschaftliche Hilfe von der Sowjetunion und anderen Ländern Osteuropas war keine einseitige Hilfe. Die Unterstützung erfolgte durch den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Kuba bot sofort die Aufnahme, Behandlung und Pflege strahlengeschädigter Kinder an. Mehr als 24’000 PatientInnen wurden dort jeweils für einen Zeitraum von mindestens 45 Tagen oder auch über Jahre hinweg behandelt. Der im März 1985 zum neuen Generalsekretär der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) gewählte Michael Gorbatschow hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits begonnen, die Haltung seines Landes gegenüber Kuba zu verändern.

Weiterlesen

Von Sündern und Vorreitern – das Thema Nachhaltigkeit in der kubanischen Gesellschaft

Vor mir eröffnet sich das Panorama der Stadt, in der ich nun schon mehrere Monate lebe und die ich mit all ihren Eigenheiten bereits lieb gewonnen habe. In meinem Rücken befindet sich eine etwa 20 Meter hohe Statue, die stark an den „Christo Redentor“ Rio de Janeiros erinnert und durch ihre erhöhte Position östlich der Hafeneinfahrt den Besucher_innen einen genialen Blick über die Altstadt gewährt. Doch nicht nur die Sicht, sondern auch die Luft lässt mich an diesem Ort verweilen. Während mir der Wind eine willkommene Erfrischung zu den sommerlichen Temperaturen des kubanischen Winters bereitet und ein leichter Geruch von Meersalz in meine Nase steigt, vergesse ich für kurze Zeit die unangenehmen Seiten meines Aufenthaltes in dieser so einzigartigen Stadt. 

In Gedanken schweift mein Blick langsam gen Himmel, der heute in einem wolkenfreien blau erstrahlt – eher ein seltener Anblick im feucht-tropischen Kuba. Während ich schon darüber nachdenke, wie sich die schöne Aussicht fotografisch am besten in Szene setzen ließe, fällt mir etwas ins Auge, das ich vorher nur aus nächster Nähe wahrgenommen habe.

Weiterlesen

Der Campus der CUJAE – eine Fotogalerie

Seit Ende Oktober wohnt unsere Projektgruppe nun schon auf dem Campus der größten technischen Universität Kubas. Gleich neben den voll besetzten  Studentenwohnheimen steht das „Edificio 700“, auch bekannt als Casa Tamara Bunke, in dem mit uns nun schon die dritte Gruppe des Proyectos lebt. Der volle  Name der CUJAE lautet „Universidad Tecnológica de La Habana José Antonio Echeverría“. Sie bietet momentan mehr als 7000 Studenten die Möglichkeit, die verschiedensten Disziplinen im Bereich des Ingenieurwesens oder auch Architektur zu studieren.

Am 2. Dezember 1964 gegründet, ist der zu Beginn noch als „Ciudad Universitaria“ (universitäre Stadt) bezeichnete Unicampus mittlerweile in die Jahre gekommen. Bei einem Rundgang über das weitläufige Gelände wirkt die CUJAE wie ein Ort, dessen Blütezeit in einer vergangenen Epoche gewesen zu sein scheint: einige der weit über 40 Gebäude stehen leer oder sind sogar bis auf die Grundmauern zurückgebaut, Flure in den Fakultäten sind verbarrikadiert, Tische und Stühle mit einer Staubschicht bedeckt und es fehlen nicht selten sowohl Fenster als auch Türen.

Weiterlesen

Auf den Spuren von Che [part 2]

Um ein umfangreicheres Vorwissen zum Interview über die damalige Lage zu erhalten, hier eine historische Ergänzung.

Vorgeschichte

Als Kongo-Wirren werden die politischen Zwischenfälle in der Demokratischen Republik Kongo zwischen 1960 bis 1967 bezeichnet. Mit der Ausrufung der Unabhängigkeit und der darauffolgenden belgischen Invasion im Kongo nahm die Krise Ihren Verlauf. Als der belgische Generalleutnant den Kongolesen keinerlei Änderungen Ihres Status zugestand, rebellierten die Soldaten gegen ihre Offiziere, weil sie nach der Unabhängigkeit noch immer keine Kongolesen als Offiziere einstellten und sich diese strukturell diskriminiert fühlten. Aufgrund des befürchteten Verlust des zuvor gesicherten Einflusses auf das Land, entsandte die belgische Regierung Truppen, um die Kontrolle wiederherzustellen. Präsident und Premierminister unterstützten zunächst dieses Vorgehen. Als sich jedoch mit der Sezessionsbewegung auch die Provinzen Katanga, Moise unter  Tschombe abspalteten, bat Premierminister Lumumba die Vereinten Nationen um Hilfe. Trotz der UN-Missionen, welche nach und nach die belgischen Truppen im Land ablösten, unternahmen die Blauhelme nichts gegen die Einflussnahme des Kolonialismus unter Tschombe im Süden.  
Im September 1960 kam es zu einer Verfassungskrise, in welcher Präsident Kasavubu und Premier Lumumba sich gegenseitig absetzten. Aus dem Krisenzustand – ausgelöst durch den Kolonialismus – wurde die Lage im Kongo zunehmend Aussichtslos. Nun wandte sich Lumumba an die Sowjetunion, weil die USA die Hilfe verweigerten und die Lage der Bevölkerung miserabel war. Dieses Abkommen wurde weniger aus ideologischen Gründen geschlossen als schlicht aus der Erkenntnis Lumumbas heraus, dass sein Land zum Spielball westlicher Länder gemacht worden war. Durch die Hilfestellung der UdSSR gelangte er ins Visier westlicher Geheimdienste, darunter CIA und MI6.

Weiterlesen

Wie alles beginnt.

Berichteaushavanna gibt es jetzt auch im Videoformat.

Wir haben es geschafft! Ab jetzt sind wir mit unserem Blog auch auf YouTube vertreten und laden dort Videos hoch, die zusätzlich zu unseren Artikeln Einblicke in das Leben auf Kuba und den Alltag im Projekt geben.

In unserem ersten Video möchten wir die Ankunft, die jede neue Gruppe des Tamara Bunke-Projektes in Kuba erlebt, anhand einiger unserer Impressionen veranschaulichen. Für die Bunkistas beginnt das Solidaritätsprojekt auf der Isla de la Juventud, auf der mithilfe eines Sprachkurses an der dortigen Universität die Spanischkenntnisse verbessert werden. Nebenbei bleibt natürlich auch Zeit, um sich der Natur, Freizeitaktivitäten oder dem Kennenlernen des doch so anderen Lebens der KubanerInnen zu widmen. Aber seht selbst…

Salud es lo primero – die Gesundheit ist das Erste (Teil 1)

Als der Arzt Ernesto Che Guevara mit seiner Truppe im Dezember 1956 an der Ostküste Kubas landete, traf er in den Bergen der Sierra Maestra auf Kinder, „die die physische Erscheinung von Acht- oder Neunjährigen hatten, die jedoch fast alle 13 oder 14 Jahre alt waren.“ Guevara beschrieb die Umstände damals als „die eigentlichen Kinder der Sierra Maestra, authentische Produkte von Hunger und Elend. Sie sind Opfer der Unterernährung.“ Damals wussten nur elf Prozent dieser Kinder, wie Milch schmeckt. Zudem hatten nur vier Prozent der kubanischen Bevölkerung Zugang zu Fleisch. Darüber hinaus hatten 84,6 Prozent der ländlichen Bevölkerung keinen Zugang zu medizinischer Hilfe. Wer also damals mit einer ernsthaften Krankheit konfrontiert war, hatte kaum eine Überlebenschance. Ich verstehe nun den Satz „salud es lo primero“, den ich in den letzten 3 Monaten so oft in den Gesprächen gehört habe, viel besser. Insbesondere, wenn ich dies von einem 85 jährigen Mann höre, der aus persönlicher Erfahrung spricht. Für uns – die in Europa lebenden Menschen – sind diese Umstände, unter denen die KubanerInnen damals leben mussten, nicht vorstellbar. Man bedenke, dass das Ganze erst 60 Jahre her ist… Weiterlesen

Die Jugend und ihre Herausforderungen [Teil 3]

Auf der internationalen Konferenz für Demokratie und gegen Neoliberalismus nahm ich mit einer anderen Bunkista an der Kommission der “Jugend, ihre Strategien und der Kontinuität in den Kämpfen” teil. Es waren doch mehr junge Menschen versammelt, als ich erwartet hatte und so nahmen wir in dem schon fast überfüllten Konferenzraum unsere Plätze ein und lauschten den Redebeiträgen, die ihre Wege aus den verschiedensten Ländern nach Kuba gefunden hatten und die unterschiedlichsten Lebensrealitäten und ihre Problematiken, Wünsche und Ideen widerspiegelten. Dennoch verband uns alle eins: Der Kampf um eine bessere Welt…

Impression von der Komission

Impression der Komission

 

Weiterlesen