La Marcha de las Antorchas

Ein, zwei, drei – viele Feuer breiten sich aus in der Stadt. An jeder brennenden Fackel werden weitere entzündet. Wir stehen am obersten Absatz der prachtvollen Treppe der Universität Havannas. Die Vielzahl an Menschen, welche sich die Treppe hinab, vorbei an der „Alma Mater“ und hinein in die Gassen Havannas schlängelt, gleicht einem einzigen autarken Organismus. Rauch steigt von den unzähligen Fackeln der Einzelnen innerhalb der Masse auf, ein in jederlei Hinsicht atemberaubendes Szenario. Plötzlich beginnt sich die Masse zu bewegen!

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Reparaturkultur

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Ist das kaputt oder kann das weg?

Vor einiger Zeit bin ich aus der Uni ausgezogen. Unter anderem, weil wir dort nicht vernünftig selber kochen konnten. Die Küche unserer neuen Wohnung ist erfreulicherweise sogar mit einer batidora ausgestattet – also einem Mixer, der perfekt für Shakes geeignet ist. Beziehungsweise geeignet wäre. Denn jemand kam auf die Idee, dass es auch möglich wäre, komplette Eisblöcke damit zu zerkleinern – ist es auf Dauer aber nicht. Nach kurzer Inspektion fällen wir das Urteil: Totalschaden, irreparabel.

Bliebe also nur Neukaufen, doch das ist gar nicht so günstig. Neue Elektrogeräte kosten hier mindestens genauso viel wie in Deutschland, tendenziell sogar noch mehr. Für die meisten Kubaner*innen sind sie somit kaum erschwinglich. Somit liegt das Projekt erstmal auf Eis, bis ich einige Tage später an einem Straßenstand vorbeikomme, wo erstaunlicherweise Ersatzteile speziell für batidoras verkauft werden. Jetzt fehlt mir nur noch das passende Werkzeug.
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Gemeinsam bist du nie verloren – unterwegs mit den excursionistas

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Es ist Freitag, fünf Uhr dreißig. Morgens. Ich stehe im vollgepackten Bus der Linie PC und fahre in Richtung des Stadtrands von Havanna. Für die Kubaner*innen, die sich gerade zur Arbeit quälen, müssen wir drei Kartoffeln mit unseren riesigen Treckingrucksäcken ein ungewöhnliches Bild abgeben. Anmerken lassen sie sich das aber nicht. Wir quälen uns zwar auch, machen das aber freiwillig und nennen das dann Abenteuer oder so. Für das lange Wochenende ist geplant, mehrere Tage im kubanischen Dschungel zu verschwinden und am Ende auf einen tausendnochwas Meter hohen Berg zu kraxeln.
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9 Tage Fidel – Die längste Schlange Kubas

Es ist acht Uhr dreißig, als wir am Morgen des 28.11 am ICAP, dem kubanischen Institut für Völkerfreundschaft ankommen. Die Einladung zu der Gedenkveranstaltung haben wir gestern erst im Verlaufe des Tages erhalten. Vor den großen Säulen der Empfangshalle des Gebäudes haben sich bereits um die 200 Menschen versammelt, um dem Máximo Líder – Fidel Castro, zu gedenken. Mir fällt die hohe Präsenz der Ausländer auf. Neben einigen Italienern, Deutschen und Kanadiern, haben sich vor allem viele Lateinamerikaner zu dieser Stunde am Institut eingefunden. Wir lauschen den kurzen Redebeiträgen einiger Vertreter von kubasolidarischen Organisationen, die teilweise extra zu Ehren Castros nach Kuba geflogen sind, sowie dem Präsidenten der UJC, der kommunistischen Jugend Kubas und der Präsidentin des ICAPs. Die Trauer der Anwesenden lässt sich in der allgemeinen Stimmung vor Ort erahnen. Es wird nicht gelacht, die Mienen wirken versteinert, einigen stehen die Tränen in den Augen.

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