Unterstütze das Proyecto Tamara Bunke!

Liebe Freund*innen des Proyecto Tamara Bunke, liebe Leser*innen unserer „Berichte aus Havanna“!

In den nun sechs Jahren des Bestehens unseres kubasolidarischen Projektes konnten wir bereits deutlich über 100 vor allem jungen Menschen aus dem deutschsprachigen Raum den besonders tiefgründigen und authentischen Zugang zur kubanischen Gesellschaft ermöglichen, für den das Proyecto Tamara Bunke steht. Seitdem es das Proyecto gibt, gab es eine stetige Weiterentwicklung, aber immer wieder auch leichte Schwankungen mit Blick auf die Gruppengröße und die Frequenz, mit der Artikel auf unserem Blog veröffentlicht wurden – das ist Teil unserer Entwicklung und auch erwartbar bei einem Projekt, das sehr stark durch die vor Ort befindliche Gruppe geprägt wird. Umso erfreulicher ist für uns das zunehmende Interesse an unserem Projekt und das Engagement Ehemaliger, wodurch das Proyecto auf soliden Füßen steht und gute Aussichten hat, sich positiv weiterzuentwickeln. Wir spüren – und das zeigt sich auch an den Anmeldezahlen – dass immer mehr junge Menschen sich ein eigenes Bild von der kubanischen Realität machen wollen und sich nicht mit der über Kuba verbreiteten Meinung der Massenmedien zufriedengeben. Deshalb wollen wir mit dem Proyecto Tamara Bunke den nächsten Schritt gehen und uns für die Zukunft gut aufstellen, damit wir noch mehr Menschen erreichen können. Herausforderungen für uns sind beispielsweise die Schnelllebigkeit unserer Zeit und die gesellschaftlichen Umstände, die es vielen nicht ermöglichen, längerfristig zu planen und sich mindestens sieben Monate auf Kuba einzulassen. In Bezug auf unsere Erfahrungsberichte bzw. unseren Blog sind gegenüber dem Start vor sechs Jahren veränderte Lesegewohnheiten zu berücksichtigen und ist die Präsenz in den sogenannten sozialen Medien auszubauen, um mehr junge Menschen zu erreichen. Wir sind uns sicher: Das Potenzial für unser Projekt ist noch viel größer – und um das auszuschöpfen, brauchen wir eure Hilfe!

Wie kann man das Proyecto Tamara Bunke unterstützen?

Wir freuen uns über jede Hilfe, das Projekt und unseren Blog bekannt zu machen! Als Geschenk betrachten wir auch Feedback zur Verbesserunng des Blogs. Übrigens: Ihr findet uns auch bei Facebook und Instagram und gerne kommen wir im Rahmen einer Veranstaltung für einen Erfahrungsbericht unserer Zeit auf Kuba zu euch, inklusive Vorstellung unseres Projektes. Macht andere aufmerksam auf die einmalige und intensive Möglichkeit mit dem Proyecto Kuba kennenzulernen! Unsere Gruppen starten immer im Februar und September.                                                                                               Um am Proyecto teilzunehmen muss man kein Student und auch nicht politisch organisiert sein. Mitbringen sollte man Spanischkenntnisse mindestens auf A2-Niveau, offenes Interesse an der kubanischen Gesellschaft und Lust darauf, in der Gruppe zu arbeiten sowie die Kurse zu absolvieren.

Auch wenn das Proyecto rein ehrenamtlich getragen wird, fallen immer wieder Kosten an. Unsere Vorbereitungstreffen für die Gruppen verursachen Kosten für die Beherbergung und die Fahrten und auch auf Kuba sind immer wieder Anschaffungen für „unser“ Wohnheim nötig. Deshalb bitten wir um Spenden mit dem Stichwort „Proyecto Tamara Bunke“ auf folgendes Konto:

Freundschaftsgesellschaft BRD-Kuba                                                                                            Bank für Sozialwirtschaft Köln                                                                                                  IBAN:DE96370205000001236900                                                                                                             BIC: BFSWDE33XXX

Spenden sind steuerlich absetzbar, entsprechende Bescheinigungen bei der FG BRD-Kuba erhältlich.

Vielen herzlichen Dank!

Eure Bunkistas

Wie erlebten die Heimreiser*innen die Corona Maßnahmen?

Die Maßnahmen gegen Corona waren in Kuba sehr weitgreifend, der internationale Flugverkehr wurde eingestellt und ein Teil der alten sowie der neuen Gruppe hat das Land verlassen. Deshalb haben wir unsere Bunkisten vor der Abreise befragt, wie sie ihre letzten Tage hier wahrgenommen haben und was ihnen Schwierigkeiten gemacht hat. Weiterlesen

quedateEnCasa

In Zeiten des Coronavirus zeigt sich Kuba in seinen Maßnahmen als vorbildlich. Hier wird die Bevölkerung schon länger angehalten einen Mundschutz zu tragen und nur für das Nötigste das Haus zu verlassen #QuedateEnCasa

Auch wir als Proyectotamarabunke sagen #bleibzuhause und #seidsolidarisch und tragt einen Mundschutz, wenn ihr das Haus verlassen müsst #NasobucoChallenge

#UJC-CUJAE #Cujae #AlmaCujae

Cuba contra Corona

Bereits nach Bekanntwerden der ersten Infektion mit Covid-19 Mitte März, wurden an vielen Orten in Kuba Hypochlorit ausgegeben, welches als Desinfektionsmittel gilt.

Kurz darauf galt: An allen öffentlichen Orten ist die Verwendung von Hypochlorit oder anderen Substanzen, die Ansteckung vermeiden, verpflichtend. Jede*r Arbeiter*in, Soldat*in und Polizist*in trägt jetzt einen Mundschutz in der Öffentlichkeit und bei der Arbeit. Die großen Fabriken werden geschlossen.

Seit dem 22.03 werden auf Kuba nun drastische Maßnahmen ergriffen, die der Eindämmung von Covid-19 dienen. Zu diesen Zeitpunkt waren auf Kuba noch keine 20 Fälle bekannt. Die ersten nachgewiesenen Fälle sind auf eine 4-köpfige Touristengruppe aus Italien (Lombardei) zurückzuführen. Die folgenden Erkrankungen betrafen andere Tourist*innen und Kubaner*innen, welche aus Spanien, Italien und den Vereinigten Staaten einreisten. Weiterlesen

Wie sich zwei Welten gegenüberstehen

Sechs Monate später, nachdem Kontakte geknüpft, Erlebnisse gemacht und der ein oder andere Schluss bereits gezogen wurde, sitze ich hier und überlege mir, welcher Aspekt meines kubanischen Lebens mich im letzten Monat beschäftigt hat. An vieles habe ich mich gewöhnen können; das Leben im kubanischen Studierendenwohnheim, mit fließend Wasser und auch ohne, die kalten Duschen, das zügige Zimmer, die nicht-vorhandene Klospülung, die Feuchtigkeit, die Hitze, die kontrastierende Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Gütern, das Zusammenleben mit verschiedensten Tierchen (wie Geckos) und so manch andere kubanische Eigenart. In diesem Prozess wurde mir immer wieder bewusst, wie außergewöhnlich die Anpassungsfähigkeit von uns Menschen ist. Was ich vor sechs Monaten noch als Belastung empfand, ist für mich mittlerweile Normalität geworden, mit gewissen kubanischen Eigenheiten oder Unannehmlichkeiten, wie viele sie bevorzugt bezeichnen, habe ich mich sogar angefreundet.

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Hommage an den Campus oder: Vom studentischen Leben an der CUJAE

Nicht selten ist von deutschen StudentInnen – besonders in den Großstädten – zu hören, dass man an den Universitäten schnell Gefahr laufen könne, in der Masse der Tausenden unterzugehen; sich mehr wie ein Individuum zu fühlen, das in einer Koexistenz zu den anderen lebt, als organischer Teil einer studentischen Gemeinschaft zu sein, die sich aus dem sozialen Miteinander formt. Von all jenen, die es nicht bei punktuellem Austausch und neben den Veranstaltungen geschlossenen Freundschaften bewenden lassen wollen, werden proaktives Handeln und Wille zum Engagement verlangt. Beispielsweise, um sich mit anderen StudentInnen in einer Hochschulgruppe zu organisieren oder den Hochschulsport zu besuchen. Selbstredend halten die Universitäten ein reichhaltiges Angebot an studentischen Aktivitäten bereit und wer sucht, wird letzten Endes auch finden. Doch längst nicht allen fällt dies so leicht, wie es zunächst klingen mag und sie bleiben zurück mit dem Eindruck, dass das Verhältnis zur Universität, auch mit Blick auf die Beziehung zwischen Lehrenden und Studierenden, letzten Endes ein distanziertes ist.

Stichwort Distanz: Dem Kern des Problems sehr nahe könnte man in diesem Zusammenhang kommen, wenn man sich vergegenwärtigt, dass StudentInnen in Deutschland auch ganz real, jenseits von an der Uni erlebter Einsamkeit und Individualisierung, voneinander entfernt leben. Wer StudentIn ist, begibt sich für gewöhnlich auf die teils beschwerliche Suche nach einer Wohngemeinschaft (WG), einem Zimmer in einem Studierendenwohnheim oder lebt weiterhin bei den Eltern. Dadurch verteilt sich die Studierendenschaft überwiegend auf die einzelnen Stadtviertel. Wenige Ausnahmen, in denen Studieren und Wohnen geographisch zusammen gedacht und entsprechend realisiert wurden, bestätigen in deutschen Städten die Regel, dass der Großteil der Universitäten mit auf das Stadtgebiet verteilten Campussen ebenfalls dezentral organisiert ist.

Dass es auch ganz anders gehen kann, erlebt unsere Gruppe mitunter intensiv hier am studentischen Campus der polytechnischen Universität CUJAE am Rande von Kubas Hauptstadt Havanna.

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Coronavirus in Kuba

Während die Welt sich in einer Corona Virus Panik befindet, sieht es bisher auf Kuba vordergründig eher ruhig aus. Beginnend mit einer teilweise rassistisch wirkenden Hetzkampagne seitens westlicher Medien gegen China, wo das Virus ausbrach, habe ich in den Sozialen Medien Beiträge gesichtet wie „die Gelbe Gefahr“ und „können wir den Chinesen vertrauen.“ In China wird bei der Behandlung der PatientInnen unter anderem ein kubanisches Medikament namens „Interferon alfa 2b (IFNrec)“ eingesetzt – mit Erfolg. Mittlerweile wird seit dem 25. Januar das Medikament im chinesisch-kubanischen Changheber-Werk in Jilin hergestellt. Interferon alpha (IFNrec) wird zur Bekämpfung von Virusinfektionen angewendet, die durch das Human Immunodeficiency Virus (HIV), Hepatitis B und C verursacht werden. Weiterlesen

Kommt mit nach Cuba!

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Das Proyecto Tamara Bunke lädt ein zum

Vorbereitungstreffen vom 19. bis 21.06.2020.

Wir treffen uns voraussichtlich in Hessen, der genau Veranstaltungsort wird hier noch rechtzeitig bekannt gegeben.

Alle zukünftigen Bunkistas, die im September 2020 nach Cuba reisen möchte, treffen sich an besagtem Wochenende, um einander kennenzulernen, Fragen zu klären und den Aufenthalt zu organisieren. Ihr könnt euch noch bis Ende Mai bewerben, um dabei zu sein.

Auch Interessierte, die später am Proyecto teilnehmen möchten, sind zum Vorbereitungswochenende bereits jetzt herzlich eingeladen!

Dieses Wochenende bietet eine tolle Gelegenheit, sich genauer mit Cuba auseinanderzusetzen, offene Fragen loszuwerden und sich mit ehemaligen Teilnehmer*innen auszutauschen.

Meldet euch bei uns unter berichteaushavanna@yahoo.de und seid dabei!

Weitere Informationen zur Teilnahme am Proyecto Tamara Bunke findet ihr hier.

Kubanische Kristalle

Wir befinden uns auf einem Streifzug durch das Nachtleben Havannas. Kubanisch formuliert: „Estamos habaneando“. Mental müde vom dreistündigen Philosophie-Kurs in der Universität und körperlich geschafft von der winterlichen Hitze (!) der Hauptstadt steuern wir zunächst ein Café an, denn auch der Koffeinspiegel ist besorgniserregend niedrig. Die Kellnerin nimmt die Bestellungen auf. Unsere kubanischen Freunde wollen sich zusätzlich zum Kaffee mit einem Softdrink erfrischen. Daran scheint für uns auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches zu sein. Wer käme denn nicht auf die Idee, auf bitter und heiß, süß und kalt folgen zu lassen?

Kurz darauf wird serviert. Vor jedem steht eine dampfende Tasse des braunen Goldes, von dem die halbe Welt abhängig zu sein scheint. So einfach und doch irgendwie genial lässt sich ein ermattender Tag kurzweilig ausblenden. In diesem von kulinarischer Leidenschaft beseelten Augenblick können wir uns kaum etwas Besseres als den kräftigen Geschmack kubanischen Kaffees in seiner absoluten Reinheit vorstellen. Doch umgehend müssen wir feststellen, dass es beileibe nicht allen am Tisch so ergeht.

Als sei der Zuckergehalt des Softdrinks noch lange nicht genug, langen unsere Freunde beherzt in die Mitte des Tisches nach der Zuckerdose und schaufeln sich wortwörtlich einen Teelöffel nach dem anderen in die Tassen. Das pure, braune Gold verwandelt sich in einen heißen Softdrink oder besser gesagt in Zuckermasse mit Kaffeearoma. So jedenfalls beurteilen wir diesen Vorgang, der letztlich nur eines von vielen Beispielen für den Zuckerkonsum der KubanerInnen ist, der kaum ein Limit und schon gar keine Tagesrationen kennt. Auch wir sind, das muss an dieser Stelle so nüchtern konstatiert werden, meilenweit davon entfernt, uns dem zu entziehen.

Wir beschließen, der Sache auf den karamellisierten Zahn zu fühlen.

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Salud es lo primero – die Gesundheit ist das Erste (Teil 2)

Im ersten Teil bin ich darauf eingegangen, welche Errungenschaften die kubanische Revolution in Bezug auf das Gesundheitssystem vorzuweisen hat und welche Hürden den KubanerInnen dabei gestellt wurden. Die damalige wirtschaftliche Hilfe von der Sowjetunion und anderen Ländern Osteuropas war keine einseitige Hilfe. Die Unterstützung erfolgte durch den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zum bisher schwersten Unfall in der Geschichte der Kernenergie. Kuba bot sofort die Aufnahme, Behandlung und Pflege strahlengeschädigter Kinder an. Mehr als 24’000 PatientInnen wurden dort jeweils für einen Zeitraum von mindestens 45 Tagen oder auch über Jahre hinweg behandelt. Der im März 1985 zum neuen Generalsekretär der KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion) gewählte Michael Gorbatschow hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits begonnen, die Haltung seines Landes gegenüber Kuba zu verändern.

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