Ein Tässchen voll Zucker

Es ist halb sechs Uhr morgens. Wir stehen am Busbahnhof von Cabaiguán. Der Großteil unserer Gruppe ist kurz davor, ihren Omnibus Nacional zurück nach Havanna zu besteigen, um in etwa sechs Stunden in unserem zeitweiligen Zuhause anzukommen. Um uns herum weitere Menschen, die müde vor ihren Koffern und Rucksäcken stehen. Direkt neben dem kleinen Busbahnhofgebäude hat ein älterer Herr hinter der Balustrade seines Hauses einen Tisch aufgebaut, hinter dem er sitzt und aus einer Thermoskanne süß-zuckrigen Kaffee in kleine Tässchen gibt und zum Üblichen Preis von 1 Peso Cubano verkauft.

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In jedem Stadtviertel Revolution!

Zu Gast beim CDR

Ich stehe auf dem Schulhof der örtlichen Grundschule, etwa 10 Minuten Fußweg von unserer Uni,  der CUJAE, entfernt. Die Klassenräume sind geschlossen, die Sonne geht unter. Mit mir sind etwa 70 weitere Personen, unter ihnen auch einige politische Funktionäre, gekommen, um an der heutigen Veranstaltung des CDR teilzunehmen. CDR steht für „Comité de Defensa de la Revolución“, also für „Komitee zur Verteidigung der Revolution“ und ist die überall existierende Nachbarschaftsvereinigung Kubas. Der Wahlspruch dieser Organisation lautet: „En cada barrio revolución!“  (In jedem Stadtviertel Revolution!).

Die heutige Veranstaltung informiert zum völkerrechtswidrigen Helms-Burton Act der USA, über den bereits an dieser Stelle unter Berücksichtigung der Positionierung der Europäischen Union geschrieben wurde und wird von unserem Proyecto-Koordinator, in seiner Funktion als Mitglied des örtlichen CDR, moderiert.

Wir stehen über den Schulhof verteilt. Alle Anwesenden, vom Kindes- bis ins hohe Rentenalter, verfolgen den Vortrag. Zwischen uns haben es sich ein paar Straßenhunde bequem gemacht und scheinen die Gemeinschaft zu genießen. Im Hintergrund turnen einige Kinder an einem Geländer herum. Weiterlesen

Von fünf Tagen Cabaiguán

Der Juni ist angebrochen, das Klima ist unglaublich heiß und die Universität geht mit großen Schritten den Semesterferien entgegen. Ein wenig gefangen im Alltagstrott versuchen auch wir trotz hochsommerlicher Temperaturen noch einige Projekte vor der Sommerpause abzuschließen, etwa Veranstaltungen und Arbeiten am und im Gebäude. Umso schöner erscheint es da, den Alltag hinter sich zu lassen und eine gemeinsame Gruppenreise zu unternehmen. Unser Ziel ist eine beschauliche Stadt im Herzen der Insel und fester Termin einer jeden Gruppe: Cabaiguán. Weiterlesen

5 Jahre Proyecto Tamara Bunke

Veranstaltungen mit Julián Gutiérrez Koordinator des Proyecto (CUJAE,
Havanna)  vom 24. Juni bis 4. Juli 2019 in:
Göttingen, Bielefeld, Berlin, Nürnberg, Essen, Bochum, Mainz, Frankfurt

Wäre es nicht faszinierend, eine Zeit inmitten dieser vollkommen anderen
Gesellschaft zu leben, mehr über den kubanischen Versuch zu erfahren,
eine Welt jenseits des Kapitalismus aufzubauen? Wie soll das gehen,
fragst Du? Kuba ist doch weit weg, und als Neckermann-Tourist dorthin zu
fliegen, reicht Dir nicht?

Genau aus diesem Grund gibt es das Projecto „Tamara Bunke“, mit dem
junge (und junggebliebene) Menschen aus Deutschland für 7 Monate an der
Technischen Hochschule von Havanna (CUJAE) leben, lernen und arbeiten.
Ihre Berichte und mehr Einzelheiten über das Proyecto findest Du auf diesem Blog.

Zum fünften Jahrestag seiner Gründung haben wir den Koordinator des
Proyectos auf kubanischer Seite, Julián Gutiérrez, eingeladen. Mit ihm
werden ehemalige Bunkistas von ihren Erfahrungen berichten. Eine
einmalige Gelegenheit, mehr über Kuba, seine Revolution und das Proyecto
zu erfahren!

Und wer weiß – vielleicht erlebst Du ja auch bald mit dem Proyecto
Tamara Bunke sieben Monate lang den kubanischen Sozialismus….

Übersicht über die Veranstaltungen:

24.6. 19.00 Uhr  Göttingen, Berliner Hof, Weender Landstr. 43

25.6. 18:00  Uhr Bielefeld, Bürgerwache Siegfriedsplatz

27.6. 19:00 Uhr Berlin, JW-Ladengalerie, Torstr. 6

29.6. 19:30 Uhr Nürnberg, Kulturladen Loni-Übler-Haus, Marthastraße 60

1.7.  19:00 Uhr Bochum, Bahnhof Langendreer,  Wallbaumweg 106

2.7. 19 Uhr Essen,  DKP-Haus, Hoffnungsstraße 18

3.7. 19:00 Uhr Mainz, Haus der Jugend, Mitternachtsgasse 8

4.7. 18:30 Uhr Frankfurt, Gewerkschaftshaus, Wilh.-Leuschner-Str.69-77

Flyer als PDF

Solidarität muss praktisch werden! – Kochen vs. bloqueo

Dampfender Reis, Bohnen, Fleisch, ein Stück Süßkartoffel. Während meiner etlichen bisher getätigten Kubareisen habe ich festgestellt, dass beinahe jeder Teller auf Kuba so serviert wird. Natürlich gibt es zahlreiche Variationen, beginnend beim Reis, welcher als „gelber Reis“, „weißer Reis“ oder „Congris“, Reis mit Bohnen, zubereitet wird. Das Fleisch wird entweder als Schweine-, Hähnchenfilet oder Hähnchenkeule serviert.

Auf die Frage, warum es immer Fleisch sein muss und warum es neben der allgegenwärtigen kubanischen Pizza kaum vegetarische Alternativen gibt, haben mir Kubaner_innen aller Altersklassen, unterschiedlichster Bildungsabschlüsse und verschiedenster Subkulturen immer wieder ein und dieselbe Antwort gegeben: Weiterlesen

Schiedsrichterwesen in Kuba

Als ich Deutschland im vergangenen September verlassen habe, tat ich dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits voller Vorfreude und Spannung auf mein Jahr in Kuba, andererseits mit der Gewissheit vieles in Deutschland zurückzulassen. Eine dieser zurückgelassenen Sachen ist in meinem Fall die Tätigkeit als Fußball-Schiedsrichter, welcher ich seit 4 Jahren nachgehe. Lange Zeit dachte ich, hier auf Kuba eine Zwangspause einlegen zu müssen – bis ich bei den Unispielen der Cujae zwei Schiedsrichterkollegen aus Kuba kennenlernte, die mich umgehend zum kubanischen Ligafußball einluden.. Nun, 6 Monate nach meiner letzten Partie in Deutschland, sollte ich also auf den Platz zurückkehren.

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